Heimkehrer nach Afghanistan brauchen Hilfe bei der Rückkehr

Tag des Flüchtlings

Anlässlich des Tages des Flüchtlings am 28. September erinnern die Malteser an die Not vieler afghanischer Flüchtlinge, die in ihr Heimatland zurückkehren. "Viele Afghanen, die ihr Land vor über 20 Jahren verlassen mussten, kommen heute aus Pakistan und Iran mit viel Hoffnung zurück und finden ihr Heimatdorf in fremdem Besitz wieder. Orientierungslos ziehen sie weiter in die Städte, wo sie als Landflüchtlinge an den sozialen Rand gedrückt werden und ihnen nur ein Leben in extremer Armut bleibt", berichtet Roland Hansen von Malteser International.

Wichtig, so Hansen, sei es deshalb, Gemeinden mit einer hohen Zahl von rückkehrenden Familien systematisch zu unterstützen. "Vor allem mit einkommensschaffenden Maßnahmen und sogenannten Ko-Existenz-Projekten. Hierbei lernen die Rückkehrer und die Daheimgebliebenen durch gemeinsame Arbeit im Straßenbau oder bei der Säuberung von unterirdischen Wasserkanälen ein friedliches Miteinander." Fast 100 solcher Projekte haben die Malteser seit 2003 durchgeführt. Gefördert vom UNHCR, dem Flüchtlingswerk der Vereinten Nationen. Diese Projekte seien der "ideale Weg zur Friedenssicherung und zur Förderung der Zivilgesellschaft", so Hansen weiter.

Um die Not der Rückkehrer in Kabul zu reduzieren, bereiten die Malteser sich erneut darauf vor, gegebenenfalls wieder ein Winternothilfeprogramm durchzuführen. Dazu Roland Hansen: "Die Winter in Afghanistan sind sehr hart. Viele Rückkehrer haben nichts anzuziehen und hausen dazu in den Zeltsiedlungen und Ruinen der Auffanglager von Kabul. Wir wollen Öfen, Heizmaterial, Decken, Stoff für Winterkleidung, Seifen, Milch und Zucker verteilen."

Hansen ist optimistisch, dass dieses Hilfsprogramm wie im Vorwinter vom Auswärtigen Amt gefördert würde, warnt jedoch vor einem schleichenden Vergessen der Not der Flüchtlinge in Afghanistan. "Für die langfristige Hilfe brauchen wir dringend Spenden. Schon jetzt sind die Mittel sehr, sehr knapp, und ich sehe im Augenblick nicht, wie man damit die nächsten zehn Jahre, die der Wiederaufbau mindestens noch benötigt, weiterarbeiten kann. Es besteht die Gefahr, dass die eigentlich gut begonnene Arbeit letztlich nicht weitergeführt werden kann und stehen bleibt."

Laut UNHCR zählen die Afghanen auch 2005 mit vier Millionen zur größten Flüchtlingsgruppe weltweit. Allein für das Jahr 2005 rechnet UNHCR mit über 770.000 Rückkehrern nach Afghanistan. Davon werden ca. 274.000 Menschen in die Zentralregion Afghanistans, das derzeitige Projektgebiet von Malteser International, zurückkehren.