Lehrerverband kritisiert Büchergeld an Schulen

"Unsinniger Bürokratismus"

Als "Paradebeispiele für einen völlig unsinnigen Bürokratismus" hat der Bundesvorsitzende des Deutschen Philologenverbandes, Heinz-Peter Meidinger die geplanten bzw. eingeführten Büchergeldregelungen in den Bundesländern Hamburg, Niedersachen und Bayern bezeichnet. In diesen Länder wird eine Leihgebühr für Bücher von den Eltern erhoben, die in der Regel die Schulen eintreiben müssen. "Unabhängig von der Frage, ob ein Büchergeld nicht negative Auswirkungen auf die soziale Chancengerechtigkeit im Bildungswesen hat, führt die Umsetzung in all diesen Ländern zu einem Verwaltungsaufwand, der in keinem Verhältnis zum Ertrag steht", so Meidinger.

Als Beispiel nannte der Philologenverbands-Vorsitzende die bayerische Büchergeldregelung. Den von den Eltern aufzubringenden jährlich 15 Millionen Euro stünden ein Verwaltungsaufwand von 8 Millionen Euro gegenüber sowie 10.000 ausfallende Schulstunden, in denen Lehrer das Geld in den Klassen einsammeln müssten.

"Es ist schon verwunderlich, dass gerade Landesregierungen, die sich den Abbau von Bürokratie auf die Fahnen geschrieben haben, solche 'bürokratische Monstren' konzipieren", sagte Meidinger.