8.500 Stellen werden bei DaimlerChrysler abgebaut

"Freiwillige Ausscheidensvereinbarungen"

Vorstand und Aufsichtrat der DaimlerChrysler AG haben am Mittwoch beschlossen, im Bereich Mercedes Car Group 8.500 Stellen abzubauen. Diese "Personalanpassung" solle - nach Angaben des Konzerns - durch freiwillige Ausscheidensvereinbarungen im Verlauf der nächsten zwölf Monate erreicht werden. Durch die so erzielte Erhöhung der Produktivität solle die Wettbewerbsfähigkeit von Mercedes-Benz verbessert werden. Kritik an diesen Maßnahmen übten die IG-Metall und die Kritischen Aktionäre DaimlerChrysler (KADC).

Nach Angaben von DaimlerChrysler hält der Konzern weiterhin an der Vereinbarung "Zukunftssicherung 2012" aus dem Jahr 2004 fest, die bei Personalanpassungsbedarf in einem ersten Schritt Freiwilligkeit vorsehe. Alle darin mit den Arbeitnehmervertretern getroffenen Vereinbarungen würden konsequent umgesetzt.

Durch die Entscheidung würden dem Unternehmen Belastungen von 950 Millionen Euro entstehen, wobei der größere Anteil im vierten Quartal 2005 verbucht werde. Der Aufwand solle durch außerordentliche Erträge sowie durch Ergebnisverbesserungen im operativen Geschäft kompensiert werden.

Unverändert gehe DaimlerChrysler - ohne Berücksichtigung der Belastungen aus der Neuausrichtung des Geschäftsmodells von smart - von einem leichten Anstieg des Operating Profit gegenüber dem Jahr 2004 (5,8 Milliarden Euro) aus.

Die IG-Metall Baden-Württemberg kritisierte den Personalabbau. Das DaimlerChrysler-Management habe mit dieser Entscheidung zu einseitig auf Kostensenkung gesetzt, meint deren Bezirksleiter Jörg Hoffmann und fragt, ob die Innovationspotenziale der Beschäftigten und der Zulieferer wirklich ausgereizt worden seien, um über weitere Produkte die Auslastung der Werke zu sichern.

Positiv bewertete er hingegen die im vergangenen Jahr geschlossen Zukunftsicherung für die Beschäftigten der DaimlerChrysler AG, die an den deutschen Standorten betriebsbedingte Kündigungen bis 2012 auschließe. "Ohne diese Vereinbarung wäre es uns wahrscheinlich nicht gelungen bei einem solchen Stellenüberhang, um betriebsbedingte Kündigungen herumzukommen."

Schärfer fiel die Kritik der Kritischen Aktionäre DaimlerChrysler aus. Für KADC-Sprecher Paul Russmann müssten nun Mitarbeiter das langjährige Missmanagment der Konzernspitze ausbaden, das Milliarden in Chrysler, Mitsubishi und in den Dinosaurier Maybach versenkt und gleichzeitig die Einführung des Rußpartikelfilters und des Hybridantriebs verschlafen habe.

Die Freude einiger Aktionäre über spekulative Kursgewinne "auf dem Rücken der MitarbeiterInnen" teile der KADC nicht: Zwar gebe es kurzfristige Mitnahmeeffekte, eine langfristige Qualititäts- und nachhaltige Standortsicherung werde mit der demotivierenden Stellenstreichung aber verhindert.