Irans Präsident sprach offenbar von der Vernichtung Israels

Scharfe Proteste des Westens

Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad soll am Mittwoch in Teheran bei einer Konferenz mit dem Titel "Eine Welt ohne Zionismus" eine Vernichtung Israels befürwortet haben. Ahmadinedschad soll unter anderem auf Ajatollah Khomeini mit den Worten Bezug genommen haben: Der Imam (Ajatollah Khomeini) habe das Verschwinden des Staates Israel von der politischen Bühne prophezeit, genauso wie er das Ende des Ostblocks und Saddam Husseins prophezeit habe. Das mit dem Ostblock und Saddam sei eingetreten. So Gott will werde die Prophezeiung des Imams bezüglich der Vernichtung Israels durch kontinuierliche Weisheit der Palästinenser auch bald realisiert werden. Eine neue Welle sei im Anmarsch, und es sei machbar, dass dieser Schandfleck aus der islamischen Welt getilgt werde. Die 25 EU-Staats- und Regierungschefs verurteilten diese Äußerungen am Donnerstag "auf das Schärfste".

Die Bundesregierung bestellte den iranischen Geschäftsträger in Deutschland ein und unterstrich ebenfalls, die Äußerungen seien "völlig inakzeptabel und auf das Schärfste zu verurteilen". Damit wurde auf die höchste diplomatische Form der Zurückweisung zurückgegriffen.

In dem EU-Gipfel-Beschluss heißt es, mit diesen Äußerungen würden Befürchtungen über Irans Rolle in der Region sowie seine künftigen Bestrebungen genährt. Aufrufe zur Gewalt oder gar zur Zerstörung eines anderen Staates seien "unvereinbar" mit den Ansprüchen an ein verantwortliches Mitglied der Völkergemeinschaft und könnten unter keinen Umständen akzeptiert werden. Ahmadinedschad hatte auf einer Konferenz mit dem Titel "Die Welt ohne Zionismus" befürwortet, Israel von der Landkarte zu tilgen.

Ein Sprecher des Auswärtigen Amts sagte, die Bundesregierung habe gegenüber dem iranischen Geschäftsträger ihrer Erwartung Ausdruck verliehen, dass die deutsche Position "unverzüglich nach Teheran übermittelt wird".

Die jüdischen Gemeinden in Deutschland fürchten nun neue Angriffe. "Ich sehe die Sicherheit der Gemeinden zusätzlich gefährdet", sagte der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Paul Spiegel. Es sei zu befürchten, dass islamistische Fanatiker sich nun erst recht ermutigt fühlten, jüdische Gemeinden zu attackieren.