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AOK fordert Pflichtjahr für junge Ärzte

"Unpopulären Maßnahmen"

Die AOK hat als Reaktion auf den Ärztemangel in ländlichen Gebieten ein Pflichtjahr für junge niederlassungswillige Mediziner vorgeschlagen. Mit finanziellen Mitteln alleine werde es nicht gelingen, junge Ärzte aufs Land zu locken, sagte der Vorstand im AOK-Bundesverband, Johann-Magnus von Stackelberg, der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Es sei die gesetzliche Aufgabe der Kassenärztlichen Vereinigungen, für eine flächendeckende Versorgung mit ärztlichen Leistungen zu sorgen, betonte Stackelberg. Wenn das in einigen ländlichen Regionen anders nicht mehr erreicht werde, wie es sich derzeit abzeichne, dann müssten sich die Selbstverwaltungen der Ärzte auch zu unpopulären Maßnahmen durchringen.

Zwar seien die Krankenkassen bereit, im Rahmen ihrer gesetzlichen Möglichkeiten zu helfen, benötigt würden jetzt aber "neue Ideen". Ein Jahr Landarzt sei nicht nur jedem jungen Mediziner zumutbar, sondern sei auch eine wertvolle medizinische und menschliche Erfahrung.

Der Vorsitzende des Verbands der niedergelassenen Ärzte NAV-Virchow-Bund, Hans-Martin Hübner, bezeichnete den Vorschlag als "an Absurdität nicht zu überbieten". "Diese Form von Zwangsmaßnahmen wäre ein tiefer Eingriff in die Berufsfreiheit und erinnert an die Notstandgesetzgebung früherer Zeiten", sagte Hübner in Berlin.

Der Ärztemangel auf dem Land sei vor allem von Politik und Krankenkassen verschuldet, da "die ständigen Eingriffe in die Vergütung der ambulanten Versorgung keine Planungssicherheit bei der Niederlassung" mehr böten. Eine wohnortnahe ärztliche Versorgung lasse sich nur über eine leistungsgerechte Vergütung gewährleisten, sagte Hübner.

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