Ex-Verfassungsschutz-Präsident Roewer wegen Untreue vor Gericht

150.000 Euro

Wegen Untreue muss sich ab Mittwoch der ehemalige Präsident des Thüringer Verfassungsschutzes, Helmut Roewer, vor dem Erfurter Landgericht verantworten. Roewer soll während seiner Amtszeit rund 150.000 Euro veruntreut haben. Laut Anklage hat er unter einem Tarnnamen Aufträge entgegengenommen, die tatsächlich nicht erbracht wurden. Die Gelder dafür sollen auf ein getarntes Konto geflossen sein. Zum Teil habe es auch Barauszahlungen gegeben.

Ferner wirft die Staatsanwaltschaft Roewer vor, an eine Verlagsgesellschaft 50.000 Euro für eine Filmproduktion ausgezahlt zu haben, obwohl die tatsächlichen Kosten nur 21.500 Euro betrugen.

Außerdem soll er Gelder aus der Handkasse für Gaststättenbesuche sowie Bücher des Landesamtes für Verfassungsschutz mitgenommen und nicht unerhebliche Beträge an Dritte gezahlt haben.

Letztlich wird dem ehemaligen Verfassungsschützer vorgeworfen, die Anteile an der Verlagsgesellschaft, die er unter seinem Tarnnamen verwaltete, nach seiner Suspendierung im Juli 2000 an Dritte übertragen zu haben.