DDR-Diplome dürfen nicht pauschal in BRD-Diplome umgewandelt werden

Streitfall Wirtschaftswissenschaften

Akademische Abschlüsse der DDR können nicht pauschal in bundesdeutsche Diplome umgewandelt werden. Dies entschied das Bundesverwaltungsgericht am Donnerstag in Leipzig in einem Grundsatzurteil. Prinzipiell dürfe ein DDR-Diplomgrad in keiner anderen Form als in der damals verliehenen geführt werden, erklärten die Richter. Für die Anerkennung auf Gleichwertigkeit mit einem bundesdeutschen Abschluss sei ein individueller Antrag notwendig. Geklagt hatte eine sächsische Wirtschaftswissenschaftlerin, der 1988 an der Handelshochschule Leipzig der damals in der DDR übliche akademische Grad einer Diplomökonomin verliehen worden war.

Zwar stellte der Freistaat Sachsen nach der Wiedervereinigung auf Antrag fest, dass der Abschluss einem bundesdeutschen Hochschulabschluss gleichwertig ist. Den Wunsch der Klägerin, zusätzlich auch den Titel einer Diplom-Kauffrau zu führen, wie er in den alten Bundesländern üblich ist, lehnten die Leipziger Bundesrichter jetzt mit Verweis auf den Einigungsvertrag jedoch ab.

Eine pauschale Umtausch von DDR-Diplomen in westdeutsche Abschlüsse sehe der Vertrag nicht vor, weil dadurch bundesdeutsche Grade faktisch entwertet würden, argumentierten die Richter. (AZ: BVerwG 6 C 19.04)