Befreite italienische Journalistin warnt vor Gefahren im Irak

Ausländer unerwünscht

Nach Einschätzung der italienischen Journalistin Giuliana Sgrena sind derzeit alle Ausländer im Irak höchst gefährdet. "Meine Entführer sagten mir, dass sie keinerlei Unterschiede machen zwischen Militärs, Journalisten oder auch humanitär Tätigen", sagte Sgrena, die im Februar selbst Opfer einer Geiselnahme geworden war, der "Neuen Presse". Alle Ausländer seien für sie gleich, sie wollten keine Ausländer im Irak sehen. Da sie das Territorium nach Auffassung der Journalistin fast vollständig kontrollierten, sei es in diesem Moment höchst riskant, sich im Irak aufzuhalten.

Auch eine kritische Haltung zur Irak-Politik der USA biete keinen Schutz, sagte Sgrena. Sie habe damals von ihren Entführern gesagt bekommen: "Wenn du den Fuß in den Irak setzt, bist du im Krieg mit drin." Im Krieg greife man zu allen Mitteln, "wir benutzen auch dich, um unseren Kampf zu kämpfen", sollen die Entführer nach Angaben der Journalistin gesagt haben.

Sgrena war im Februar 2005 in Bagdad verschleppt worden und kam einen Monat später frei. Auf dem Weg zum Bagdader Flughafen wurde ihr Wagen offenbar von US-Soldaten beschossen. Ihr italienischer Begleiter, der Geheimagent Nicola Calipari, starb, sie selbst wurde verletzt.