Umweltorganisation sieht nach UN-Gipfel Perspektiven für den Klimaschutz

Klimaschutz

Die Verhandler des UN-Klimagipfels in Montreal haben nach Auffassung der Umweltorganisation Germanwatch große Fortschritte auf dem Weg zu einem "Post 2012-Klimaschutzabkommen" gemacht. So sei das in den vergangenen Jahren ausgearbeitete detaillierte Regelwerk (Marrakesh-Accords) für das Kyoto-Protokoll in Kraft gesetzt worden. Auch ein Anreiz- und Sanktionsmechanismus für die Staaten, die ihre Kyoto-Ziele nicht erreichten, sei beschlossen worden. Jetzt sei das im Januar in Kraft getretene Kyoto-Protokoll mit all seinen Mechanismen voll arbeitsfähig, meint Christoph Bals von Germanwatch. Darüber hinaus seien verschiedene Verhandlungsprozesse gestartet worden, die bis 2008/2009 zu konkreten Vereinbarungen für eine zweite Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls oder zu weiteren Verpflichtungen im Rahmen der Klimarahmenkonvention führen sollten.

"Hiermit wurde das notwendige Signal an Öffentlichkeit, Politik, Unternehmen und Finanzmarkt gesendet, dass der internationale Klimaschutz nach 2012 weitergeht", kommentiert Bals.

Die Kyoto-Staaten würden im kommenden Jahr mit den Verhandlungen für weitere Reduktionsverpflichtungen nach 2012 beginnen. Auch die Schwellenländer hätten sich bereit erklärt, zwar nicht über absolute Grenzen, aber durchaus über Rahmensetzungen und Anreizstrukturen sowie Politiken zu verhandeln. Angesichts des enormen und heftigen "Störfeuers", das insbesondere die Regierung der USA, aber auch Russlands an den Tag gelegt hätten, habe die Konferenz deutlich mehr erreicht, als die meisten Beobachter erwartet hatten, meint der Verband.

Auf vielen "Side Events" habe die Konferenz allerdings auch verdeutlicht, dass der Handlungsdruck angesichts der bereits sichtbaren oder sich abzeichnenden Konsequenzen immer größer werde. So sei eine Studie präsentiert worden, wonach bei einer zu erwartenden Entwicklung der Emissionen nach dem derzeitigen Trend die 70prozentige Wahrscheinlichkeit bestehe, dass der für Europa so wichtige Golfstrom bis 2200 abreiße.

Der Erfolg dieser Konferenz könne dennoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass weltweit viel zu wenig politischer Wille da sei, während die Klimaschäden rapide zunähmen. Schnell sei der Klimawandel, langsam die Politik".