Familienministerin will Kinderarmut mit Familienhelferinnen bewältigen

Überforderte Eltern

Der Staat muss sich nach Ansicht von Familienministerin Ursula von der Leyen stärker um benachteiligte Kinder kümmern, die "auf der Schattenseite des Lebens" geboren wurden. "Dort müssen wir das Wächteramt des Staates früher ausüben", sagte die Ministerin dem "Tagesspiegel am Sonntag". Dies solle eine der drei zentralen Säulen ihrer Familienpolitik werden, kündigte die CDU-Politikerin an.

In Deutschland schaue man erst hin, wenn Kinder "durch hohe Aggressivität, hohes Störpotenzial oder Lernverweigerung zum Problemfall werden", sagte Leyen. Es gebe Familien, in denen Kinder wegen Armut, Gewalt oder Drogenabhängigkeit der Eltern seelisch und körperlich verwahrlosten.

"Kinder können ihren Halt auch bei anderen Menschen finden, wenn ihre Eltern völlig überfordert sind", betonte die Ministerin. Konkret regte sie etwa die Unterstützung durch Familienhelferinnen oder Erzieherinnen an. "Wir haben Hilfsangebote, aber die Hilfe muss früher zu den Kindern kommen", so Leyen.