Regierung will durch Umsatzsteuerreform Steuerbetrug eindämmen

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Die Bundesregierung will das System der Umsatzsteuer reformieren, um künftig mehrere Milliarden Euro zusätzlich einzunehmen. Finanzminister Peer Steinbrück wolle dazu nach Angaben aus seinem Ministerium einen Ausnahmeantrag bei der EU-Kommission stellen, über den binnen acht Monaten entschieden werden müsse, berichtete die "Süddeutsche Zeitung". Bislang müsse die Umsatzsteuer von jenen Firmen abgeführt werden, die Leistung erbringen. Künftig sollten diejenigen zahlen, die Waren oder Dienstleistungen erwerben.

Die Reform der Umsatzsteuer könnte 2008 in Kraft treten, schrieb das Blatt. Weil die Zahlungspflicht umgedreht werde, sprächen Experten vom "Reverse charge". Das Finanzministerium halte das neue System für notwendig, "um national und international organisierten Steuerbetrug zu unterbinden und den Verlust von Steuersubstrat bei Unternehmensinsolvenzen zu verringern".

Nach Berechnungen des Münchner Ifo-Instituts sollen dem Fiskus dadurch bislang jedes Jahr etwa 17 Milliarden Euro an Umsatzsteuer verloren gegangen sein.