Zuzug von Spätaussiedlern soll um 40 Prozent zurückgegangen sein

"Vielfältige Ursachen"

Die Zahl der nach Deutschland gekommenen Spätaussiedler ist 2005 offenbar erneut stark zurückgegangen. Nach Angaben des Aussiedlerbeauftragten der Bundesregierung, Hans-Peter Kemper, kamen im vergangenen Jahr 35.522 Spätaussiedler und Angehörige in die Bundesrepublik. Das seien annähernd 40 Prozent weniger als 2004 mit 59.093 Personen gewesen.

Damit habe sich der seit Jahren anhaltende Rückgang der Spätaussiedlerzahlen 2005 fortgesetzt. Kamen den Angaben zufolge 1996 noch 177.751 Spätaussiedler und Angehörige nach Deutschland, sank diese Zahl in den Folgejahren kontinuierlich ab. Dieser Trend werde anhalten, da 2005 auch die Zahl der neuen Aufnahmeanträge mit 21.306 im Vergleich zum Vorjahr um gut 38 Prozent abgenommen habe.

Kemper führte den Rückgang auf "vielfältige Ursachen" zurück. So seien Familienzusammenführungen mittlerweile zu einem großen Teil abgeschlossen. Auch hätten Hilfsmaßnahmen der Bundesregierung in den Aussiedlungsgebieten zu einer Verbesserung der sozialen und wirtschaftlichen Lage geführt und den Menschen eine Zukunftsperspektive in den Herkunftsregionen eröffnet. Zugleich hätten die Demokratisierungsprozesse in den osteuropäischen Staaten zu einer Stabilisierung der Lage der deutschen Minderheiten beigetragen, meint Kemper.

Offenbar wurde die Zuwanderung aber auch deutlich erschwert. So hätten viele Antragsteller nicht mehr "die sprachlichen Voraussetzungen" für eine Aufnahme als Spätaussiedler erfüllt. Zudem müssten seit Inkrafttreten des Zuwanderungsgesetzes auch die Familienangehörigen Grundkenntnisse der deutschen Sprache nachweisen.