Kritische Daimler-Aktionäre fordern Rücktritt von Aufsichtsratschef Kopper

"Verdacht auf Insiderhandel"

Der Verband der Kritischen AktionärInnen DaimlerChrysler (KADC) fordert den "sofortigen Rücktritt" von Daimler-Aufsichtsratchef Hilmar Kopper. "Schon dass ein Ermittlungsverfahren wegen Insiderhandels gegen Herrn Kopper eingeleitet wurde, zerstört das Vertrauen vor allem der zahlreichen Kleinaktionäre in den Aufsichtsratsvorsitzenden von DaimlerChrysler", meint der Rechtsexperte der Organisation Holger Rothbauer.

"Wenn der Verdacht zutrifft, dass der ehemalige Deutsche-Bank Chef Hilmar Kopper den jetzigen Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann vor der offiziellen Bekanntgabe über den Rücktritt von Jürgen Schrempp informiert hat, dann kann man mit Fug und Recht von einer Zwei-Klassen-Aktionärs-Gesellschaft sprechen, die den Großaktionären Vorteile zu Lasten der Kleinaktionäre verschafft."

Nach Einschätzung der Organisation "spricht einiges dafür, das Ackermann schon vor dem offiziellen Datum von Schrempp-Rücktritt wußte", denn auch Sprecher der Kritischen DaimlerAktionäre hätten schon 12 Tage vorher Bescheid gewußt. "Wir äußerten schon damals den Verdacht, das damit Insidergeschäften Tür und Tor geöffnet gewesen sind."

Erst nach Schrempps Rücktrittsankündigung habe die Bank DaimlerChrysler-Aktien verkauft und große Gewinne erzielt: "Wenn der Verdacht zutrifft, konnte die Deutsche Bank aufgrund der Insiderinformation das Aktienpaket wesentlich gewinnbringender verkaufen als es vor dem 28. Juli möglich gewesen wäre. Das wäre dann ein astreines insidergeschaeft" meint Verbandssprecher Paul Russmann.