"Illegale" Fischerei soll Bestände des Störs bedrohen

Echter Kaviar

Der Handel mit Kaviar und anderen Produkten von wild lebendem Stör ist für dieses Jahr untersagt worden, wie die Umweltorganisation Greenpeace auf ihrer Internetseite berichtet. Als Grund wird von CITES - der UN-Konvention für den Handel mit bedrohten Arten - unter anderem die hemmungslose Wilderei angegeben. Illegale Fischerei habe die Bestände des Störs, besonders im Kaspischen Meer, bereits bedrohlich dezimiert.

Der Handel mit Kaviar als lukratives Geschäft stellt nach Auffassung der Artenschützer eine Gefahr für das Überleben des Störs dar. In der früheren Sowjetunion habe das große gepanzerte Urtier daher nur noch eingeschränkt befischt werden dürfen. Als das Sowjetreich sich aufgelöst habe, sei der Handel mit Kaviar wieder aufgeblüht, vor allem der illegale. Seit 1998 unterliegt der Handel mit Kaviar der Kontrolle von CITES.

Wieviel Kaviar aus den führenden Exportländern am Kaspischen Meer - Iran, Kasachstan und Russland - illegal auf den Markt kommt, lässt sich laut CITES nicht feststellen. Aber Experten gingen davon aus, dass es sich um ein Vielfaches der legalen Menge handelt. CITES fordert die Herstellerländer darum auf, genauere Informationen über die Nachhaltigkeit ihrer Fangquoten zu liefern. Dazu gehörten auch Angaben über illegalen Fischfang.

Außerdem fordert CITES die Importländer auf sicherzustellen, dass die gekaufte Ware aus legalen Quellen stamme. Diese Pflicht hätten viele Staaten nicht erfüllt. Der Anteil an illegalem Kaviar auf dem französischen Kaviarmarkt beispielsweise werde auf 90 Prozent geschätzt. Frankreich ist das Hauptabnehmerland für Kaviar in Europa.