Dioxinverseuchtes Tierfutter offenbar nach Brandenburg verkauft

Gift

Der Skandal um dioxinverseuchte Tierfuttermittel in Belgien und den Niederlanden hat Brandenburg erreicht. Ein Zuchtbetrieb mit Tausenden von Schweinen sei gesperrt worden, sagte der Sprecher des Landwirtschaftsministeriums, Jens-Uwe Schade, am Dienstag in Potsdam. Der Betrieb habe seit Mitte Dezember 2005 laut Buchungslisten insgesamt 185 Tonnen Mischfutter von dem Futtermittelhersteller in Belgien bezogen, der als Ausgangspunkt des Skandals gilt.

In dessen Lieferlisten sei der Brandenburger Betrieb aufgetaucht, sagte Schade. 8,7 Tonnen Mischfutter seien dort inzwischen sichergestellt und drei Proben genommen worden. Das Landeslabor in Frankfurt (Oder) prüfe, in welcher Konzentration sich Dioxin im Futter befinde. Zudem werde es auf tierische Fette untersucht. Die Ergebnisse lägen in drei bis vier Tagen vor. Ab einem bestimmten Dioxinwert müsse der Tierbestand wahrscheinlich gekeult werden.

Die Behörden haben laut Schade aber noch nicht die Absicht, Schweine, die der märkische Zuchtbetrieb an Mastbetriebe verkauft hat, zurückzuordern. In Deutschland sind dem Sprecher zufolge bislang insgesamt sieben Betriebe bekannt, die vom belgischen Tierfuttermittelhersteller Produkte bezogen haben.