Volkssolidarität befürchtet "Talfahrt in die Armut"

Weniger ALG I

Der Bundesverband Volkssolidarität kritisiert Änderungen beim Arbeitslosengeld I (ALG I) zum 1. Februar 2006. Verbandspräsident Gunnar Winkler sagte am Mittwoch in Berlin, dieses Datum werde als "schwarzer Tag für Arbeitslose in die Geschichte eingehen". Seit Monatsbeginn erhielten Arbeitnehmer über 55 Jahre nur noch längstens 18 Monate ALG I statt bislang bis zu 36 Monaten. Die "drastische Reduzierung der Anspruchsdauer" beschleunigt nach Auffassung Winklers die "Talfahrt in die Armut".

Da gerade ältere Arbeitslose oft keine Chance auf dem Arbeitsmarkt hätten, bleibe nach den 18 Monaten nur der Übergang in das Arbeitslosengeld II oder ein vorzeitiger Renteneintritt.

Neu ist den Angaben zufolge ferner, dass die für den Anspruch auf ALG I erforderliche Anwartschaftszeit von zwölf Monaten künftig grundsätzlich innerhalb der letzten zwei Jahre vor der Arbeitslosmeldung erfüllt werden muss.

Darüber hinaus werden Saisonarbeitnehmer sowie Wehr- und Zivildienstleistende, die bisher aufgrund von Sonderregelungen Ansprüche auf Arbeitslosengeld bereits bei einer sechsmonatigen Versicherungszeit erwerben konnten, mit den übrigen Arbeitnehmern gleichgestellt. Wehr- und Zivildienstleistenden sind zudem künftig in der Arbeitslosenversicherung versichert.