Merkel und Blair fordern gemeinsame Energiepolitik der EU

"Sorgen abbauen"

Deutschland und Großbritannien setzen sich für eine gemeinsame Energiepolitik in Europa ein. Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte nach einem Zusammentreffen mit dem britischen Premierminister Tony Blair am Freitag in Berlin, es wäre viel gewonnen, wenn man sich in Europa für einen Zeitraum von 15 Jahren überlegen würde, welcher Energiebedarf bestehe und wie dieser gedeckt werden könne. Mit einem gemeinsamen Verständnis von Energiepolitik könnten bei den Bürgern "Sorgen abgebaut" werden, sagte Merkel. Blair sagte bei seinem ersten Deutschlandbesuch nach Merkels Amtsantritt, Energiepolitik sei eines der "entscheidenen Themen der Weltpolitik". Europa müsse seine Position in der Energiepolitik gegen die übrige Welt ausspielen. Darüber hinaus müssten vor allem bei erneuerbaren Energien Fortschritte in der EU erzielt werden.

Blair und Merkel sprachen während ihres eineinhalbstündigen Gesprächs auch über die Krise im Nahen Osten. Europa bezieht einen Großteil seinen Öls aus dieser Region. Blair sagte, der Friedensprozess in Palästina könne nur zum Erfolg führen, wenn Israel und Palästina friedlich nebeneinander existieren könnten.

Großbritannien werde den Wahlausgang und das Mandat der Hamas respektieren. Sein Land werde dabei "helfen", dass die Palästinenser einen eigenen Staat gründen könnten. Dazu müssten sie aber auf Gewalt verzichten, den Friedensprozess fortsetzen und Israel anerkennen. Merkel sagte, dass sich Großbritannien und Deutschland in diesen Punkten einig seien.

Merkel war zu einem ersten bilateralen Gespräch mit Blair bereits am 24. November in London, zwei Tage nach ihrer Wahl zur Bundeskanzlerin, zusammengetroffen.