Wohnungsverband kritisiert "Verschleuderung von Vermögen" in Dresden

"Plastik statt Tafelsilber"

Der Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen hat den Verkauf der städtischen Wohnungsbaugesellschaft Woba Wohnungsimmobilien der Stadt Dresden an den US-Finanzinvestor Fortress scharf kritisiert. Die Verantwortlichen seien sich nicht im Klaren darüber, welches Vermögen sie verschleudert hätten, sagte Verbandspräsident Lutz Freitag am Montag in Deutschlandradio Kultur. Gerade in Dresden werde der Wert der Immobilien in den kommenden Jahren steigen, da die Stadt zu den Orten in den neuen Ländern gehöre, die schon heute einen sehr guten Entwicklungsstand hätten.

Bei der Entscheidung habe die Stadt allein die Entschuldung im Blick gehabt, kritisierte Freitag. Die Ursachen für das Defizit des Dresdner Haushalts seien damit aber nicht beseitigt. Dresden habe sein Tafelsilber verkauft, sich aber nicht überlegt, wie man künftig mit Plastik leben wolle.

Die bei dem Verkauf abgeschlossene Sozialcharta bezeichnete Freitag dagegen als vorbildlich. Ebenso sei der amerikanische Finanzinvestor ein seriöses Unternehmen. Fraglich sei aber, was passiere, wenn der Eigentümer irgendwann wechsele.