Jung will Verbindungsoffiziere in jedem Landkreis stationieren

Zivil-militärische Zusammenarbeit

Die Bundeswehr möchte die zivil-militärische Zusammenarbeit im Inland durch den Einsatz von 5500 Reservisten verstärken. Nach dem Abschluss eines Modellversuchs in Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern kündigte Verteidigungsminister Franz Josef Jung in der Tageszeitung "Die Welt" an, zur Verbesserung der Zusammenarbeit mit den unteren und mittleren Katastrophenschutzbehörden würden etwa 470 Verbindungskommandos eingerichtet. Jeder Landkreis, jede kreisfreie Stadt und jeder Regierungsbezirk werde in Zukunft ein derartiges Verbindungskommando erhalten.

Mit dem Aufbau dieser mit jeweils zehn Reservisten unter Führung eines Stabsoffiziers besetzten Verbindungskommandos ist dem Blatt zufolge in den drei Bundesländern im Rahmen des Modellversuchs bereits begonnen worden. Jung sagte, der auf der Insel Rügen tätige Offizier habe als militärischer Berater bei der Bekämpfung der Vogelgrippe hervorragende Arbeit geleistet.

Darüber hinaus plant Jung bis 2009 den Aufbau von 16 Stützpunkten für die zivil-militärische Zusammenarbeit. An Standorten bestehender Verbände würden Pioniereinheiten, Abwehrkräfte für atomare, biologische und chemische Stoffe sowie Sanitäter zur Unterstützung ziviler Kräfte bereitgehalten. Es handle sich dabei um Einheiten, die nicht für Auslandseinsätze der Bundeswehr vorgesehen seien und für die Unterstützung der zivilen Katastrophenabwehr im Inland jederzeit bereitstünden.