E.ON-Chef Bernotat möchte Atomkraftwerke deutlich länger betreiben

Atomstrom bis 2050

Der Vorstandschef des Energiekonzerns E.ON, Wulf Bernotat, hat sich für eine Verdopplung der Laufzeiten für Kernkraftwerke ausgesprochen. "Die Anlagen sollen so lange laufen, wie es technisch und wirtschaftlich sinnvoll ist", sagte er der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post". Als Richtschnur dafür gab er die in den USA und Schweden üblichen Laufzeiten von bis zu 60 Jahren an. Nach den Vorstellungen Bernotats würde das letzte deutsche Atomkraftwerk nicht 2020, sondern 2050 abgeschaltet. Im Jahr 2000 hatte E.ON die so genannte Atomkonsens-Vereinbarung mit der Bundesregierung unterzeichnet, in der für die deutschen Atomkraftwerke Laufzeiten von durchschnittlich rund 32 Jahren sowie die Genehmigung von atomaren Zwischenlagern vereinbart worden waren.

Der Staat verzichtete mit der Vereinbarung auch darauf, den Sicherheitsstandard für die Atomkraftwerke zu erhöhen. Unter intensiver Beteiligung der Atomkraftwerksbetreiber am Gesetzgebungsverfahren wurde die Vereinbarung zwischen Atomindustrie und Bundesregierung mit der Atomgesetznovelle des Jahres 2002 umgesetzt.