WWF warnt vor Winterstürmen wegen Klimawandel

Europa

"Die Winter in Europa werden ungemütlich", schreibt der Umweltverband WWF anlässlich der Vorstellung eines neuen Klimareports. Zwar steige die Temperatur tendenziell an, doch werde das Wetter werde unbeständiger. Der WWF geht davon aus, dass sowohl die Zahl als auch die Stärke der europäischen Winterstürme in Zukunft erheblich zunehmen dürfte, wenn es nicht gelingt, den Ausstoß an Treibhausgasen wesentlich zu reduzieren. Besonders Großbritannien und die Niederlande müssten sich auf heftige Orkane einstellen. Die Klimamodelle rechneten hier mit einer Zunahme der Winterstürme um bis zu 25 Prozent. Auch Deutschland bleibe von den klimatischen Veränderungen nicht verschont. "Die Wahrscheinlichkeit, dass schwere Stürme zuschlagen, steigt vor allem an der Küste um etwa zehn Prozent." Betroffen wären nach Auffassung des Verbandes wichtige Häfen wie Hamburg und Bremerhaven und touristische Regionen, etwa die Nordseeinsel Sylt.

Besonders gravierend dürfte sich den Angaben zufolge die prognostizierte Zunahme der Windgeschwindigkeiten von bis zu 16 Prozent auswirken. "Mit der Windgeschwindigkeit steigt zugleich die Zerstörungskraft der Orkane." Schon ein geringfügiger Anstieg der Spitzengeschwindigkeiten könne zu einer Vervielfachung der Schäden führen. "Stürme wie "Lothar", der 1999 in Baden-Württemberg eine Spur der Verwüstung hinterließ, liefern nach Auffassung des WWF "einen Vorgeschmack auf das was uns erwartet, wenn wir beim Klimaschutz scheitern".

Mit einem so genannten "WWF Szenario" wird in der Studie ein gegenüber heute etwa doppelt so hoher Kohlenstoffgehalt in der Atmosphäre (771ppm) unterstellt. Dieser Anstieg beruht "auf der Annnahme, das weiter so gewirtschaftet wird wie bisher". Dann sei bis zum Ende des Jahrhunderts mit einem Anstieg der weltweiten Durchschnittstemperatur von drei bis vier Grad zu rechnen. "Wir müssen mehr tun, damit dieses Schreckensszenario nicht eintritt", meint Matthias Kopp vom WWF. Noch bestehe die Chance, die Auswirkungen des Klimawandels durch eine konsequente Politik zu mildern.

Für Deutschland sei "insbesondere" der Umstieg auf saubere Energien "im Stromsektor" entscheidend, schreibt der Verband. In der "Ausgestaltung des europäischen Emissionshandels" sieht der WWF "eine Schlüsselrolle". "Wir brauchen stärkere Anreize für die Industrie, in klimafreundliche Brennstoffe und Technologien zu investieren. Zudem müssen ehrgeizigere Ziele Kohlendioxid zu verringern gesetzt werden", fordert Kopp. Er plädiert für "das Prinzip von Zuckerbrot und Peitsche": Umweltverträgliche Techniken müssten belohnt und Kohlendioxid-Schleudern zur Kasse gebeten werden.