Deutsche Menschenrechtler wollen schnellere Landreform in Südafrika

"Obergrenze für Landbesitz"

Zum Tag der Menschenrechte am Dienstag fordern die Menschenrechtsorganisation FIAN und die Kirchliche Arbeitsstelle Südliches Afrika (KASA) den südafrikanischen Präsidenten Thabo Mbeki auf, die Landreform erheblich zu beschleunigen. In einer Petition an Mbeki fordern sie eine "Abkehr von der rein marktorientierten Landumverteilung", eine Obergrenze für Landbesitz und ein Moratorium auf Landkäufe durch nicht-südafrikanische BürgerInnen.

"Die Regierung muss den Druck auf die weißen kommerziellen Farmer deutlich erhöhen, um den Opfern der Apartheid Land zu verschaffen und ihr Menschenrecht auf Nahrung zu gewährleisten", meint Armin Paasch von FIAN Deutschland. Der regierende ANC hätte 1995 versprochen, bis 1999 über 30 Prozent des Agrarlandes umzuverteilen. Weniger als drei Prozent sollen aber seither den Besitzer gewechselt haben.

Obwohl Südafrika nicht als armes Entwicklungsland gelte, lebe die Hälfte der Bevölkerung in Armut, 70 Prozent von ihnen auf dem Land. "Elf Jahre nach dem Ende der Apartheid hat sich die Situation der schwarzen Landbevölkerung kaum verbessert", so Theo Kneifel von der Kirchliche Arbeitsstelle Südliches Afrika. "Versöhnung wird ohne Gerechtigkeit auf Dauer nicht funktionieren."