Umweltschützer verlangen Verbot von "Raubbau-Tropenholz"

"Öko-Versprechen"

Die Umweltschutzorganisation Robin Wood kritisiert, dass mit Frühjahrsbeginn wieder Gartenmöbel zu Dumping-Preisen angeboten würden. Die niedrigen Preise seien "mit Holz aus ei­ner ökologisch akzeptablen und legalen Forstwirtschaft nicht zu machen", schreibt die Organisation und nennt als Beispiele Klappstühle aus Teak für 15 Euro und "den großen Deckchair für 69 Euro". Zwar finde man "etliche Etiket­ten mit Öko-Versprechen". Damit sollten Bedenken der Kunden hinsichtlich einer Zerstörung des Tropenwalds zerstreut werden. Eigenen Recherchen zufolge seien aber "viele Öko-Verspre­chen durch nichts zu belegen und irreführend". Von der Bundesregierung fordert Robin Wood ein gesetzliches Verbot des Handels mit Tropenholz aus Raubbau.

Eine Stichprobe von Mitte März dieses Jahres zeige, dass der Handel "weiterhin auf die verkaufsfördernden Öko-Märchen setzt". Das gelte insbesondere für Teak. In Möbelhaus in der Nähe von Bremen fand Robin Wood eigenen Angaben zufolge Etiketten, auf denen die Anbieter behaupteten, das Teak für die Gartenmöbel stamme von indonesischen Plantagen, die "unter strikter staatlicher Kontrolle und Auf­sicht" stünden und nach dem "Nachhaltigkeitsprinzip umweltgerecht bewirtschaftet" wür­den. "Umfang­reiche und kluge Aufforstungsprogramme" sicherten "die Teakholzbestände für Ge­nerationen".

Das Gegenteil ist aber nach Einschätzung der Umweltschützer der Fall: "Ein Großteil der Teakhölzer auf dem Markt ist gestohlen von einer skru­pellosen Holzmafia, die die Bevölkerung vor Ort terrorisiert." Obendrein hätten die indonesischen Lo­kalregierungen die Ein­schlagquoten deutlich erhöht, seit die Zentralregierung 2001 viele Aufga­ben an sie abgegeben hatte. Das Geld aus dem Teak-Verkauf sei für die Lokalregierungen eine wichtige Finanzquelle. Da­her werde selbst "legal" viel mehr Teak eingeschlagen, als nachwachsen könne. Zu­dem gebe es in Indonesien keine Teakplantagen, deren umweltgerechte Bewirtschaftung "durch ein glaub­würdiges Zertifikat" nachgewiesen sei.

"Auf Druck der Holz­lobby"

"Weil an vielen Stellen die Teakplantagen ganz ver­schwunden oder vollkommen degradiert sind", so Robin Wood, "kommt es zu Umweltkatastrophen wie Erdrut­schen und Überschwemmungen". Erst im Januar habe es "furchtbare Überschwemmungen in Jember in Ostjava mit Toten und Hunderten von zerstörten Häu­sern" gegeben. "Ganze Hänge, die einmal durch Teakholzplantagen gesichert waren und jetzt so gut wie kahl sind, waren in das Dorf abgerutscht."

Wie sehr die Forstwirtschaft in Indonesien außer Kontrolle geraten sei, belegten Angaben des Bundes­amtes für Naturschutz, wonach 73 Prozent des Holzeinschlags dort illegal seien. Die indonesische Um­weltor­ganisation Walhi gehe sogar von 90 Prozent aus. "Der Holz-Raubbau ruiniert das Leben und die Umwelt der Menschen in Indonesien. Profiteur ist eine kriminelle Holzmafia, die sich mit dem Geld aus dem Verkauf der Hehlerware die Taschen füllt", mein Peter Gerhardt von Robin Wood. Die Bundesregierung dürfe diese Importe von "Raubbau-Tro­penholz" nicht dulden.

Um die Einfuhr von Raubbauholz nach Deutschland wirksam zu unterbinden, fordert Robin Wood zusam­men mit anderen Umweltorganisationen eine gesetzliche Regelung. Die rot-grüne Bun­des­regierung habe zwar "einen viel versprechenden Gesetzentwurf" vor­gelegt, sei dann aber "auf Druck der Holz­lobby" wieder in der Schublade verschwunden. Bundesumweltmi­nister Sigmar Gabriel müsse jetzt "mehr Konsequenz" an den Tag legen, "damit die Absatzmärkte für die Holzmafia ausge­trocknet werden", verlangen die Umweltschützer.

Den Verbrauchern empfiehlt die Organisation, sich für FSC-zertifizierte Möbel aus europäischen Hölzern wie Kiefer oder Robinie zu entscheiden.