Kaczynski kritisiert geplante Ostsee-Pipeline

Umgehung Polens

Die geplante Gas-Pipeline durch die Ostsee stößt beim polnischen Präsidenten Lech Kaczynski weiter auf scharfe Kritik. Für diese Pipeline gebe es keine ökonomischen Gründe, sagte Kaczynski dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". "Wir sind Verbündete Deutschlands, gemeinsam in der NATO und der EU - warum also diese Pipeline um die Grenzen Polens herum", fügte das polnische Staatsoberhaupt hinzu. Seine Gespräche mit Bundeskanzlerin Angela Merkel seien zu diesem Thema bisher "nicht befriedigend für Polen" verlaufen.

Erneut wandte sich Kaczynski gegen ein Zentrum gegen Vertreibung in Berlin. Er halte "dieses Zentrum für einen sehr schlechten Vorschlag", sagte er. Es würde "in jedem Fall" zu einer "Relativierung" deutscher Schuld führen. "Die Umsiedlungen waren sicher ein tragisches Ereignis" für die Deutschen, doch sei dies nicht dasselbe "wie schwere Bombardements auf unsere Städte", sagte der polnische Präsident.