Schäuble philosophiert in der Bild-Zeitung über den Stolz auf Deutschland

Verhältnis zur Nation

Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat die Deutschen zu mehr Nationalbewusstsein ermuntert. "Jeder Deutsche darf selbstverständlich stolz auf die Nation sein", sagte Schäuble der "Bild"-Zeitung. Es sei "grober Unfug", jemanden in die braune Ecke zu stellen, nur weil er sage, er sei stolz, ein Deutscher zu sein. Ob das Wort "stolz" das damit verbundene Bekenntnis zum eigenen Land zutreffend ausdrücke, müsse jeder für sich entscheiden. Er selbst benutze diesen Begriff nicht so gerne, "weil er immer auch ein bisschen anmaßend klingt".

Über sich selbst urteilte der CDU-Politiker: "Ich bin zufrieden und glücklich, Deutscher zu sein." Er fühle sich "selbstbewusst als Bürger dieses Landes" und sei mit sich und der Nation im Reinen.

Schäuble bezweifelte Aussagen einer in der vergangenen Woche bekannt gewordenen Studie der Universität Chicago, der zufolge die Deutschen beim Thema Patriotismus gespalten seien. Der CDU-Politiker sagte: "Die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger entwickelt immer mehr ein entspanntes und normales Verhältnis zur eigenen Nation."

Allerdings sei nicht zu leugnen, dass viele Deutsche noch immer die Vergangenheit belaste. Die Nazi-Diktatur habe "so grauenvoll Schindluder getrieben mit den Begriffen Vaterland und Patriotismus, dass wir damit größere Probleme haben als andere Nationen." Er habe deshalb Verständnis dafür, wenn Teile der Bevölkerung bei diesen Begriffen eher zurückhaltend reagierten.