Weißer Ring fordert zwei Lehrer in Klassen mit Ausländer-Mehrheit

Schule

Wenn mehr als 50 Prozent der Schüler in einer Klasse Ausländer sind, sollten sie von zwei Lehrern gemeinsam unterrichtet werden. Das schlägt der Kriminologe Hans-Dieter Schwind in der "Neuen Osnabrücker Zeitung" mit Blick auf die Debatte über Gewalt an Schulen vor. An zahlreichen Schulen, die Sorgen gemacht haben, könne die Gewalt mit Hilfe von Präventionsaktivitäten eingedämmt werden, sagte der Präventionsbeauftragte des Weißen Rings - einer Organisation zur Unterstützung von Kriminalitätsopfern.

Problematisch seien vor allem noch Schulen mit hohem Ausländeranteil. Soweit der die 50-Prozent-Marke überschreite, sollten Klassen drastisch verkleinert werden. Um die Ursachen der Gewalt zu bekämpfen, sei ressortübergreifende Präventionspolitik notwendig, die von der Familien- und Schulpolitik bis hin zur Migrationspolitik reiche.

Derzeit reagierten die Politiker auf den Hilferuf der Lehrer von der Berliner Rütli-Schule eher mit Aktionismus. "Das ist ein Herumdoktern an den Symptomen, aber keine ursachenorientierte Kriminalprävention", meint Schwind. Polizei auf den Schulhof zu stellen, wirke nur kurzfristig. Die Einrichtungen müssten konkrete Unterstützung bekommen.

Der Kriminologe empfiehlt, zum Beispiel "fliegende Lehrerschulen" aufzubauen. Wenn ein Kollegium mit akuten Gewaltproblemen konfrontiert sei, könnte es ein "Expertenteam aus Pädagogen und Psychologen" anfordern und sich von ihnen beraten lassen.