Dm-Chef Werner schlägt Mehrwertsteuer von 50 Prozent vor

"Hartz IV ist offener Strafvollzug"

In ungewöhnlich scharfer Form hat der Chef der Drogeriekette dm, Götz Werner, die Arbeitsmarktreform "Hartz IV" kritisiert. Im Magazin "Stern" bezeichnete Werner "Hartz IV" als "offenen Strafvollzug". "Es ist die Beraubung von Freiheitsrechten. Hartz IV quält die Menschen, zerstört ihre Kreativität", sagte der dm-Chef. Werner schlug eine Mehrwertsteuer von 50 Prozent und die Abschaffung aller anderen Steuern vor.

Die Zeiten der Vollbeschäftigung seien "endgültig vorbei", betonte Werner. Die Politiker weigerten sich, dies zu akzeptieren. "Sie sind narkotisiert vom Vollbeschäftigungswahn. Vollbeschäftigung ist eine Lüge, ein Mythos", sagte der 62-Jährige.

Werner forderte anstelle eines Rechts auf Arbeit "ein Recht auf Einkommen". Jeder Bürger sollte ein lebenslanges bedingungsloses Grundeinkommen von "bis zu" 1500 Euro erhalten. Dies würde den Menschen "ein Leben in Würde und frei von Existenzängsten" ermöglichen, meint der dm-Chef. Zur Finanzierung schlug Werner eine kräftige Erhöhung der Mehrwertsteuer auf bis zu 50 Prozent vor. Alle anderen Steuern gehörten dafür abgeschafft.