CDU-Politiker soll jahrelang der Stasi Informationen geliefert haben

Nofitti

Der Chef der Berliner Anti-Graffiti-Organisation Nofitti, der CDU-Politiker Karl Hennig, soll zu DDR-Zeiten als IM "Bodo" für die Staatssicherheit gearbeitet haben. Das berichtet die "Berliner Zeitung" unter Berufung auf Reste von Stasiakten. Demnach habe IM "Bodo" von 1985 bis 1989 der Stasi berichtet, wer in welchen Kirchengruppen arbeitete, welche Streitigkeiten es gab und wie etwa die Stimmung in der Redaktion der evangelischen Zeitschrift "Standpunkt" war, für die Hennig nach eigenen Angaben als Chefredakteur tätig war.

Hennig sagte der Zeitung, er sei kein IM der Stasi gewesen. Über seinen Anwalt habe er mitteilen lassen, er habe keine Informationen über Kollegen oder Kirchenmitglieder an die Stasi weitergegeben. Der Politiker aus Prenzlauer Berg sehe sich wegen der Vorwürfe nicht veranlasst, Konsequenzen zu ziehen.

Der 58-jährige Hennig wird an diesem Mittwoch den 2. Nofitti-Kongress im Roten Rathaus eröffnen. Berlins Innensenator Erhart Körting (SPD) soll die Eröffnungsrede halten, der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) hat die Schirmherrschaft über den Kongress übernommen.