Ärztegewerkschaft stellt Ländern Ultimatum bis Freitag

Wochenweise

Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund hat im Tarifkonflikt mit der Tarifgemeinschaft der Länder (TdL) den Arbeitgebern ein Ultimatum gestellt. Sollten diese bis zum Freitag kein "verhandlungsfähiges Angebot" vorlegen, werde die Ärztegewerkschaft ihre Streikmaßnahmen noch verschärfen, sagte der Vorsitzende des Marburger Bundes, Frank Ulrich Montgomery, am Dienstag auf einer Protestaktion von Klinikärzten in Düsseldorf. Spätestens ab Mitte Mai solle dann wochenweise gestreikt werden und nicht mehr nur zwei bis drei Tage am Stück wie bisher.

Wie der Ärzteverband am Abend mitteilte, ist das Sondierungsgespräch zwischen Marburger Bund und Tarifgemeinschaft deutscher Länder am Mittwoch ergebnislos unterbrochen worden und soll am Freitag fortgesetzt werden. Von Seiten der Arbeitgeber habe es kein neues Angebot gegeben, hieß es.

Der Marburger Bund und die TdL hatten am Montag ihre Verhandlungen wieder aufgenommen. Weil die Arbeitgeber aber kein neues Angebot vorgelegt hätten, habe man sich zu diesem Ultimatum entschlossen, sagte Montgomery.

Die Klinikärzte streiken seit Mitte März. Mit ihrem Arbeitskampf wollen sie unter anderem die vollständige Bezahlung von Überstunden und kürzere Arbeitszeiten erreichen. Zudem verlangen die Mediziner 30 Prozent mehr Geld und den Abbau von Bürokratie im Arbeitsalltag.

Über 11.000 Mediziner an Unikliniken und Landeskrankenhäusern haben nach Angaben des Marburger Bundes am 25. April ihre Arbeit niedergelegt. Allein über 5000 seien zu einer zentralen Großdemo nach Düsseldorf gefahren.