FDP hat einen Blick auf das Vermögen Älterer geworfen

Selbst genutzte Immobilien

Einkommen und Vermögen der über 60-jährigen in Deutschland sind laut FDP "höher als bekannt". Das ergebe sich aus den Antworten der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der FDP-Fraktion. Wie FDP-Fraktionsvize Carl-Ludwig Thiele am Freitag in Berlin mitteilte, gehe aus der Anfrage hervor, dass die Alterseinkommen und Vermögen in den vergangenen zehn Jahren trotz der Renten-Nullrunden stark gestiegen sind. Der FDP geht es hierbei offenbar insbesondere um "den Wert selbst genutzter Immobilien im Alter und privater Altersvorsorge unter anderem durch Renten- und Kapitallebensversicherungen".

Die bisherigen Erkenntnisse über Vermögen und Einkommen der über 60-jährigen seien bis heute nur mangelhaft bekannt, sagte der stellvertretende Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion, Carl-Ludwig Thiele. Das habe unlängst auch der Sozialbeirat des Sozialministeriums gerügt. Nur auf Grundlage einer umfassenden Analyse der Alterseinkommen und Vermögen könne "eine sinnvolle Diskussion um die Ausgestaltung der privaten Altersvorsorge, zu der auch die Einbeziehung von Immobilien gehört, geführt werden".

Aus der Anfrage werde deutlich, dass die Alterseinkommen und Vermögen in den vergangenen zehn Jahren stark angestiegen seien, obwohl die gesetzliche Rentenversicherung mit Nullrunden stagnierten. Grund dafür sei, dass die private und betriebliche Vorsorge, aber auch der private Vermögensaufbau durch Finanzkapital und Immobilien zunehme.

Nach Aussage der Bundesregierung ist das durchschnittliche Einkommen der Haushalte mit einer Bezugsperson im Alter von 60 oder mehr Jahren im Zeitraum 1993 bis 2003 um 30 Prozent, real um 12 Prozent, gestiegen. Im Jahr 2003 betrug es den Angaben zufolge 2.386 Euro. Auch die Vermögenssituation dieser Haushalte habe sich im selben Zeitraum stark verbessert. Das durchschnittliche Gesamtvermögen sei um 29 Prozent, real um 11 Prozent, gestiegen. Im Jahr 2003 habe es 145.404 Euro betragen.

"Die Eigenheimquote" stieg in den vergangenen zehn Jahren offenbar deutlich an. "Mehr als 50 Prozent der über 60-jährigen nutzen eigenes Wohneigentum", so Thiele. "So ersparen sie im Schnitt 25 Prozent ihrer Ausgaben, die Rentner ohne Eigenheim haben."

Die Politik muss nach Auffassung der FDP "endlich diesen vermutlich größten Vermögens- und entscheidenden Einkommensfaktor in der Altersvorsorge erkennen und entsprechend in der Altersvorsorgeförderung berücksichtigen".

Nach Auffassung Thieles zeigt die Anfrage weiterhin, dass die Altersvorsorgeförderung der Regierung bisher weitgehend ins Leere gehe. Von der Förderung für Immobilien bei der Riester-Rente sei noch überhaupt kein Gebrauch gemacht worden. Zwar seien von 2002 bis 2006 über fünf Millionen Riesterverträge geschlossen worden. Dafür habe sich aber die Zahl der Abschlüsse von Kapitallebensversicherungen und Rentenverträgen seit 2005 auf etwa 2,8 Millionen halbiert. "Zudem ging man ursprünglich davon aus, dass von den 30 Millionen Riester-Berechtigten etwa 85 Prozent einen Riester-Vertrag abschließen würden", so Thiele. "Davon ist man aber weit entfernt. Die Rürup-Rente erweist sich als ein Flop ohnegleichen. 2005 wurden lediglich etwa 150.000 Rürup-Verträge abgeschlossen. Zudem hat die Regierung keinerlei Antwort darauf vorgelegt, wie sie der steigenden Verschuldung unterer Einkommens- und Vermögensgruppen entgegenwirken will. Im Gegenteil schließen die bisherigen Förderinstrumente wie die Riester-Rente gerade Geringverdiener häufig aus der Förderung aus."

Im Ergebnis zeigen die Antworten der Regierung nach Auffassung der FDP, "dass die bisherige Förderung keine Verbreitung findet, da sie an den Wünschen und Bedürfnissen der Bevölkerung vorbeigeht". Grundlage für wirklich effiziente Altersvorsorgeförderung könne nur "eine verlässliche Datengrundlage" sein, die nach wie vor der Bundesregierung nicht vorliege und die nach Auffassung der FDP dringend erstellt werden müsse.