Übernahme von Atlas Elektronik durch ThyssenKrupp und EADS genehmigt

Elektronik für Kriegsschiffe

Die EU-Kommission hat die geplante Übernahme des deutschen Herstellers von Schiffselektronik, Atlas Elektronik, durch ThyssenKrupp Technologies AG (TKT) and EADS Deutschland genehmigt. Die Prüfung durch die Kommission habe ergeben, dass die Übernahme nicht zu einer "erheblichen Behinderung des wirksamen Wettbewerbs" im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) oder in einem wesentlichen Teil desselben führen werde. Die Atlas Elektronik GmbH, bisher Teil der britischen Verteidigungsgruppe "BAE Systems", stellt Elektronik für zivile und militärische Anwendungen her, so etwa Systeme zur Integration und Auswertung eingehender Signale, Sonarsysteme, Torpedos und Minensysteme für Unterseeboote.

Weil die ThyssenKrupp Technologies AG "eine führende Werft und ein bedeutender Kunde von Atlas ist", habe die Kommission "sorgfältig untersucht, ob die vertikale Integration von Atlas dazu führen könnte, dass andere Hersteller von Elektronik für Kriegsschiffe oder andere Werften vom Markt gedrängt werden könnten".

Die Marktuntersuchung habe jedoch gezeigt, dass Atlas bereits vor dem Zusammenschluss einen großen Teil seiner Produkte an TKT verkauft habe. Die wettbewerblichen Auswirkungen des geplanten Zusammenschlusses blieben daher begrenzt.

Darüber hinaus stünden den verbleibenden Herstellern von Elektronik für Kriegsschiffe auch nach der geplanten Transaktion genügend Werften und somit potentiellen Kunden zur Verfügung, die Ihr Überleben sichern dürften.

Die Untersuchung habe weiterhin bestätigt, dass andere Werften durch die Transaktion nicht vom Zugang zu Elektronik für Kriegsschiffe abgeschnitten würden. "Tatsächlich produzieren viele Werften diese Elektronik bereits selbst", teilte die Kommission mit. "Selbst für diejenigen Werften, die nicht vertikal integriert sind, steht auch nach dem Zusammenschluss eine hinreichende Zahl alternativer Anbieter von Elektronik für Kriegsschiffe zur Verfügung."

Der deutsche Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, Michael Glos, hatte den Verkauf von Atlas Elektronic durch die britische BAE Systems an Thyssen Krupp/EADS Ende 2005 begrüßt. "Die Integration von Atlas in den Verbund der Thyssen/Krupp Marinewerften und EADS bildet eine hervorragende Grundlage für einen europäischen Zusammenschluss der Marineindustrie, den wir politisch anstreben", sagte der Minister.