Bahngewerkschaft TRANSNET warnt vor "Horrorbahn"

Deutsche Bahn AG

Der Vorsitzende der Gewerkschaft TRANSNET, Norbert Hansen, hat bei einer möglichen Trennung von Netz und Transport bei der Bahn vor einer "Horrorbahn" gewarnt. "Sollte die Zerschlagung des DB-Konzerns, die Absplittung des Netzes, kommen, dann wird es künftig viele kleine privatisierte Netze geben", sagte der TRANSNET-Chef vor gut 1.000 Betriebsräten in Berlin. Folge würde sein, dass Abstimmungsprozesse nahezu unmöglich wären, Folge würde auch sein, "dass der Druck auf Tarif- und Sozialstandards steigt und Zehntausende von Arbeitsplätzen verloren gehen."

Einen Tag vor der für Donnerstag geplanten Verbände-Anhörung im Verkehrsausschuss des Bundestages warnte Hansen die Politik vor einem solchen Handeln. "Die Eisenbahner lassen sich nicht um die Ernte bringen, deren Saat sie mit ihren Leistungen selbst ausgebracht haben." Die Beschäftigten hätten die Bahnreform mit manchem Opfer begleitet. "Es muss zusammenbleiben, was zusammengehört", rief Hansen im Zusammenhang mit der Diskussion um eine Abspaltung des Netzes den Betriebsräten zu.

Der TRANSNET-Chef kündigte an, dass seine Gewerkschaft ihre Kampagne "Schütze deine Bahn" fortsetzen werde, bis der integrierte Konzern gesichert sei. Auch für die konkurrierenden Bahnen sei die Einheit von Netz und Transport der DB von Vorteil. Abstimmungsprozesse seien leicht. Und auch für die Kunden bringe eine Trennung keinen Vorteil. "Wettbewerb in Deutschland auf der Schiene funktioniert schon heute vorbildlich", meint Hansen.

Er verwies die Kundgebung der Gewerkschaft am Donnerstag in Berlin. Die Beschäftigten würden erstmals öffentlich deutlich machen, was sie von den "Zerschlagungsplänen" hielten. Zu der Kundgebung im Invalidenpark in Berlin-Mitte erwartet TRANSNET mehrere Tausend Teilnehmer.