Kulturstaatsminister Neumann plädiert für Eliten

Orden Pour le mérite

Die deutsche Bundesregierung informiert darüber, dass sich der deutsche Orden Pour le mérite für Wissenschaften und Künste am 29. Mai in Anwesenheit seines Protektors Bundespräsident Horst Köhler im Konzerthaus Berlin zu seiner zentralen Sitzung getroffen hat. "Unser Land braucht auch in der Zukunft Eliten, die nicht nur als Spezialisten hoch qualifiziert, sondern die kulturell gebildet sind", sagte Kulturstaatsminister Bernd Neumann auf dem jährlichen Treffen. Dabei sei kulturelle Bildung nicht zu verwechseln mit kulturellem Wissen. Kulturelle Bildung forme die Persönlichkeit, sie umfasse soziale Kompetenz ebenso wie moralisches Bewusstsein. "Beides ist aus meiner Sicht unabdingbare Voraussetzung für diejenigen, die heute einer Elite angehören wollen, sei es durch Macht, Leistung oder fachliche Qualifikation."

"Diese Definition von Eliten, das klare Bekenntnis dazu und die entsprechenden Konsequenzen in unserer Bildungs-, Hochschul- und Gesellschaftspolitik sind die Voraussetzungen dafür, unsere Gesellschaft zukunftsfähig zu machen und gleichzeitig den Abwanderungstrend von Akademikern und Wissenschaftlern aus Deutschland zu bremsen", so Neumann. Das sei ein wichtiges Ziel der Kultur- und Bildungspolitik dieser Bundesregierung.

Der Orden Pour le mérite für Wissenschaften und Künste, der im Jahre 1842 vom preußischen König Friedrich Wilhelm IV. gegründet wurde, ist 1952 von Theodor Heuss wiederbelebt worden. Ihm gehören derzeit 34 deutsche und 32 ausländische Mitglieder an, darunter 12 Nobelpreisträger.

Die zentrale Sitzung wurde durch den Ordenskanzler Horst Albach eröffnet. Karl Dietrich Bracher sprach die Gedenkworte auf das im Jahr 2005 verstorbene Ordensmitglied Gordon A. Craig. Der Festvortrag des Ordensmitglieds Ernst-Joachim Mestmäcker hatte das Thema "Europäische Prüfsteine der Herrschaft und des Rechts". Zum Abschluss der Veranstaltung wurde das Große Ordenszeichen an das im Jahre 2005 zugewählte Mitglied Wim Wenders verliehen.