Kölner Politiker Heugel zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt

Bestechung für Teilprivatisierung

Wegen Bestechlichkeit in einem besonders schweren Fall hat das Kölner Landgericht am Dienstag den früheren Kölner Oberstadtdirektor Klaus Heugel zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Heugel im Jahr 1999 von dem Entsorgungsunternehmer Hellmut Trienekens 150.000 Mark als Spende für seinen Oberbürgermeisterwahlkampf erhalten hat. Im Gegenzug habe sich Heugel für eine Teilprivatisierung der Kölner Abfallwirtschaftsbetriebe zugunsten der Trienekens-Gruppe einsetzen sollen.

Der heute 69-Jährige war über Jahre einer der einflussreichsten Kölner Kommunalpolitiker. Sein Sieg bei der Oberbürgermeisterwahl im Jahr 1999 galt als sicher, bis er mitten im Wahlkampf ein Insidergeschäft mit Aktien einräumen musste. Zwei Wochen vor dem Wahltag zog er seine Kandidatur zurück.

Da die Stimmzettel mit seinem Namen aber bereits gedruckt waren, konnte die Kölner SPD keinen neuen Bewerber benennen. Ohne Kandidaten erreichten die Sozialdemokraten lediglich 12,9 Prozent der Stimmen bei der Oberbürgermeisterwahl, was das Ende der mehr als 40-jährigen SPD-Vorherrschaft in Köln bedeutete.