Uniklinik-Ärzte sollen zwischen 3200 und 7000 Euro pro Monat verdienen

12-Stunden-Schichten

Der monatelange Medizinerstreik an Uni-Kliniken steht möglicherweise vor dem Ende. Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund und die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) einigten sich am Freitag in Berlin auf einen ärztespezifischen Tarifvertrag. Dem Tarifvertrag zufolge beträgt die durchschnittliche Wochenarbeitszeit für Ärzte an Uni-Kliniken künftig 42 Stunden. Dabei sind Schichten bis zu zwölf Stunden möglich. Die mögliche Höchstarbeitszeit bei Bereitschaftsdienst beträgt 24 Stunden, die wöchentliche Höchstarbeitszeit maximal 58 Stunden. Durch Tarifvertrag auf Landesebene kann in Einzelfällen eine wöchentliche Höchstarbeitszeit von 66 Stunden vereinbart werden. Die monatlichen Bruttolöhne reichen von 3200 Euro bis zu 7000 Euro.

Dem Tarifvertrag zufolge erhält ein Arzt monatlich 3600 Euro (Ost: 3200 Euro) im ersten Berufsjahr, 3800 Euro (Ost: 3400 Euro) im zweiten Jahr, 3950 (Ost: 3500 Euro) im dritten Jahr, 4200 Euro (Ost: 3700 Euro) im vierten Jahr und 4500 Euro (Ost: 4000 Euro) ab dem fünften Jahr.

Ein Facharzt erhält im ersten Jahr 4750 Euro (Ost: 4200 Euro), ein Oberarzt im ersten Jahr 5950 Euro (Ost: 5300 Euro) und ein ständiger Vertreter des leitenden Arztes im ersten Jahr 7000 Euro (Ost: 6200 Euro).

Durch eine Besitzstandsregelung soll sichergestellt werden, dass durch die Eingruppierung in neue Entgelttabellen kein Arzt weniger als bisher verdient. Die Beträge der Entgelttabelle werden im Westen ab Januar 2008 um 2,9 Prozent erhöht, im Osten ab Mai 2008.

Der Tarifvertrag gilt ab Juli 2006 bis mindestens Dezember 2009. Der Tarifvertrag gilt für Ärzte an Uni-Kliniken, die überwiegend Aufgaben in der Patientenversorgung wahrnehmen. Dazu gehören auch Mediziner in Servicebereichen wie etwa Laborärzte, nicht aber Ärzte, die nur in der Forschung tätig sind. Ob die Regelungen auf Ärzte an Landeskrankenhäusern übertragen wird, ist auf Landesebene zu verhandeln.