Entscheidung über neuen Stuttgarter Bahnhof und ICE-Trasse im Herbst

Vier Milliarden Euro

Die Entscheidung über eine Realisierung des milliardenschweren Bahnhofsprojektes "Stuttgart 21" soll im Herbst fallen. Das kündigten Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD), der baden-württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) und Bahn-Chef Hartmut Mehdorn am Freitag nach einem Treffen in Berlin an. Das Projekt "Stuttgart 21" hängt mit der ebenfalls geplanten neuen Schnellbahntrasse Stuttgart-Ulm zusammen. Die Kosten für beide Projekte belaufen sich auf zusammen weit über vier Milliarden Euro. Allein "Stuttgart 21" soll nach jüngsten Schätzungen 2,8 Milliarden Euro kosten - finanziert von Bahn, Bund, Land, Stadt und Region.

Das Projekt "Stuttgart 21" sieht als Hauptbestandteil den geplanten Umbau des Stuttgarter Hauptbahnhofs in einen unterirdischen Durchgangsbahnhof vor. Der heutige Bahnhof ist ein Kopfbahnhof ohne Durchfahrtsmöglichkeit. Von dem neuen Bahnhof, dessen Realisierung von Umweltverbänden und Bürgerinitiativen seit Jahren bekämpft wird, erhoffen sich Stadt und Land deutliche Fahrzeitverkürzungen. Auf den bislang oberirdischen Gleisflächen soll ein komplett neuer Stadtteil entstehen.

Bei dem Treffen in Berlin wurde die Einsetzung von zwei Arbeitsgruppen beschlossen, denen Vertreter aller Finanzträger angehören. Diese sollen die anstehende Entscheidung vorbereiten. Für Ende September wurde ein weiteres Spitzentreffen vereinbart, bei dem dann ein endgültiger Beschluss fallen soll.