Empörung über niedrigere Ärztegehälter in Ostdeutschland

"88 Prozent des Westgehalts"

Der Tarifkompromiss zwischen der Tarifgemeinschaft der Länder (TdL) und der Ärztegewerkschaft Marburger Bund stößt bei der Sprecherin der Ärzte der Universität Leipzig, Cordula Röhm, auf heftige Kritik. Mit diesem Kompromiss werde die Ost-West-Schere bei den Gehältern weiter geöffnet, so Röhm. Nach dem bisher geltenden Bundesangestelltentarif (BAT) hätten die Ost-Ärzte 92,5 Prozent des Westgehalts bekommen. Mit dem jetzt gefundenen Kompromiss "sind wir bei 88 Prozent angekommen", auch wenn die Gehälter für die Ost-Ärzte nun höher als bisher ausfielen, empörte sich Röhm.

Eine weitere Abwanderung junger Ärzte Richtung Westen sei eine denkbare Folge dieser Einigung, so sie denn von den Ärzten überhaupt akzeptiert werde. Es sei überhaupt noch nicht klar, ob die Mediziner in der Urabstimmung diese Einigung annehmen werden, sagte Röhm. Sie habe sich am Freitag bereits mit Kollegen aus anderen ostdeutschen Ländern unterhalten, die Stimmung sei wegen der Ost-West-Gehälter eindeutig ablehnend gewesen.

Marbuger Bund und die Tarifgemeinschaft der Länder (TdL) hatten sich am Freitag in Berlin nach monatelangem Arbeitskampf der Universitätsärzte in Deutschland auf einen Kompromiss geeinigt. Dieser sieht unter anderem für junge Ärzte in Westdeutschland ein Einstiegsgehalt von 3600 Euro monatlich vor, für die Ostkollegen jedoch nur 3200 Euro.