Nordrhein-Westfalen prüft Bau eines neuen Kernreaktors

Thorium-Hochtemperaturreaktor

Die nordrhein-westfälische Landesregierung prüft den Bau eines neuen Kernreaktors. Als möglichen Standort nannte Innovationsminister Andreas Pinkwart (FDP) in der "Westfälischen Rundschau" die derzeitige Forschungseinrichtung in Jülich. "Ich halte den Thorium-Hochtemperaturreaktor für eine zukunftsweisende Technologie", sagte Pinkwart. "Darüber wird zu reden sein." In Jülich, wo erst kürzlich der letzte Forschungsreaktor abgeschaltet wurde, stehe "eine Menge Sachverstand zur Verfügung. Es wäre dumm, den nicht zu nutzen", sagte der Minister.

Als "fatal" bezeichnete Pinkwart den Beschluss der alten Bundesregierung zum Atomausstieg. NRW werde sich nicht aus der Kernforschung verabschieden. Speziell die Technik zur Reaktorsicherheit sei ein wichtiger Bereich: "Selbst bei einem Ausstieg brauchen wir dieses Know-how noch über Jahrzehnte hinweg. Aus der Entsorgung und Endlagerung kann man schließlich nicht einfach aussteigen", stellte der Innovationsminister fest.

In Nordrhein-Westfalen gab es am Standort Hamm-Uentrop schon einmal einen Thorium-Hochtemperaturreaktor. Er wurde 1987 in Betrieb genommen und nach zahlreichen Störfällen bereits im September 1988 stillgelegt.