Die Landwirtschaft als Zukunftsmarkt

"Kleiner Bauerntag"

Für die Bundesregierung ist die Landwirtschaft ein "Zukunftsmarkt". Die Landwirtschaft versorge die Bevölkerung mit Nahrungsmitteln und trage erheblich zur Wertschöpfung in Deutschland bei. Mehr als eine Million Menschen sind laut Bundesregierung in der Landwirtschaft beschäftigt. "Seit Jahrhunderten prägen und gestalten bäuerliche Betriebe den ländlichen Raum. Deshalb fördert die Bundesregierung die ländlichen Räume in ganz besonderer Weise." Das unterstrich Bundeskanzlerin Angela Merkel auf dem "Kleinen Bauerntag" des Deutschen Bauernverbandes (DBV) am 26. Juni in Magdeburg.

Sowohl die konventionelle Landwirtschaft als auch der ökologische Landbau hätten ihre Existenzberechtigung. Man müsse vom mündigen Bürger ausgehen, der selbst entscheide, welche Produkte er essen wolle, meint die Kanzlerin.

"Kaum eine Branche ist so im Wandel wie die Landwirtschaft. Sie steht immer wieder vor riesigen Herausforderungen," so Merkel vor den Delegierten. Wachsende Bedeutung gewinne die Landwirtschaft, wenn es darum gehe, "die Versorgung des Landes mit Energie und Rohstoffen zu sichern". Entsprechend fördere die Bundesregierung die Forschung und Entwicklung von nachwachsenden Rohstoffen. Das schaffe für die Landwirtschaft neue wirtschaftliche Perspektiven.

"Wir wollen eine starke deutsche Landwirtschaft", so Merkel. Deswegen setze die Bundesregierung auf "Abbau von Überregulierung und Bürokratie".

Außerdem sichere sie auf EU-Ebene wie beispielsweise bei der Zuckermarktreform die Wettbewerbschancen der deutschen Bauern. "Vor zusätzlichen Belastungen haben wir die Bauern durch die Anhebung der Vorsteuerpauschale geschützt", sagte Merkel.

Merkel für konventionell, ökologisch und gentechnisch verändert

Die Bundesregierung wolle "einerseits alles daran setzen, die genetische Vielfalt der Kulturpflanzen zu erhalten". Auf der anderen Seite solle die klassische Züchtung als Grundlage für die Entwicklung leistungsfähiger Sorten weiterentwickelt werden. Sie solle sowohl für die konventionelle als auch für die ökologische Landwirtschaft eingesetzt werden.

Bei der sogenannten Grünen Gentechnik meint die Bundeskanzlerin, die Menschen sollten selbst entscheiden, inwieweit sie sich im Lebensmittelbereich gentechnisch veränderten Lebensmitteln "zuwenden".

Die Skepsis in unseren Breitengraden sei aber groß und die Verbraucher seien sehr zögerlich. Dem müsse man natürlich ins Auge sehen und Rechnung tragen. Es sei deshalb eine wichtige Aufgabe, die "Interessen der Forschenden" und der Landwirte "zusammenzubringen". Es wäre fatal, wenn auf dem Forschungs- und Entwicklungsgebiet an dieser Stelle Weichenstellungen verpasst würden, für die Deutschland mit seinen Kenntnissen die besten Voraussetzungen habe, so Merkel.