DaimlerChrysler-Tochter verzichtet offenbar auf irreführende Diesel-Werbung

Offene und geschlossene Partikelfilter

Nach Angaben der Deutschen Umwelthilfe (DUH) verpflichtete sich die Daimler-Chrysler-Tochter Smart in einer außergerichtlichen Vereinbarung, künftig für das Modell Fortwo cdi nicht mehr mit der "irreführenden" Zeile "PM-Katalysator mit Dieselpartikelfilter" zu werben. Die Einigung sei gut einen Monat nach einer Abmahnung durch die Umweltschützer auf Anregung des Landgerichts Stuttgart zustande gekommen. Die Umwelthilfe fordert Daimler-Chrysler-Chef Dieter Zetsche auf, das Folgemodell des Diesel-Smart mit einem geregelten Partikelfilter auszustatten und damit "ein Versprechen seines Vorgängers Jürgen Schrempp" einzulösen.

Zudem habe sich Smart verpflichtet, nicht weiter damit zu werben, beim smart fortwo cdi werde ein "PM-Katalysator mit Dieselpartikelfilter" eingesetzt. Ferner habe sich Smart verpflichtet, nicht zu behaupten, der Verbraucher werde wegen des Dieselpartikelfilters für dieses Fahrzeug "in manchen Ländern Steuervergünstigungen erhalten", solange dafür keine gesetzliche Grundlage bestehe.

Eine weitere Verpflichtung sehe vor, dass den potenziellen Kunden in der zur Werbung gehörigen technischen Beschreibung sowie im Internet-Auskunftssystem AISA im Zusammenhang mit der Erwähnung des Dieselpartikelfilters im smart fortwo cdi durch eine nachvollziehbare Erläuterung der Partikelminderung "die grundsätzlichen technischen Unterschiede zu einem geschlossenen Dieselpartikelfilter" mitgeteilt würden.

Die Daimler-Chrysler-Tochter muss nun offenbar auch bereits gedruckter Farbprospekte nachträglich mit Aufklebern versehen, "in denen auf die Besonderheiten des im Fortwo cdi eingesetzten offenen Partikelminderungssystems hingewiesen wird".

"Wir haben uns in allen uns wichtigen Punkten durchgesetzt und sind mit dieser Lösung sehr zufrieden", sagte DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch nach der Einigung. Nachdem sich bei Smart in den vergangenen Tagen "anscheinend die Einsicht durchgesetzt" habe, dass wegen der strittigen Werbung nicht nur eine Niederlage vor Gericht, sondern dazu ein herber Imageschaden gedroht habe, seien die Verhandlungen mit Smart Chef Ulrich Walker "konstruktiv und zielorientiert" verlaufen.

Resch forderte Daimler-Chrysler-Chef Dieter Zetsche auf, "die Zusage" seines Vorgängers Jürgen Schrempp einzulösen, alle Diesel-Pkw der Mercedes Group mit einem geschlossenen Partikelfilter auszustatten. Diese Zusage umfasse auch den Smart. Die minder wirksamen offenen Partikelminderungssysteme seien nur in der Nachrüstung von Altfahrzeugen akzeptabel. Alarmiert sei die DUH über Gerüchte, dass auch der nächste Diesel-Smart des Modelljahres 2007 ohne geregelten Dieselpartikelfilter auf den Markt kommen solle. "Wenn Smart den nächsten Fortwo wieder mit einem minder wirksamen Partikelminderungssystem ausstattet. werden wir mit weiteren kreativen Initiativen dafür sorgen, dass das den potenziellen Kunden nicht verborgen bleibt", so Resch.