"Uneinsichtige Patienten" sollen sich an Operationskosten beteiligen

Zöller und der 150-kg-Mann

Im Gesundheitswesen kommen auf die Bürger möglicherweise weitere Belastungen zu. So sollen in einer nächsten Reformstufe so genannte uneinsichtige Patienten an den Behandlungskosten beteiligt werden - falls sie nicht selbst aktiv die Ursache ihres Leidens bekämpfen. Das sagte der Verhandlungsführer der Union, Wolfgang Zöller (CSU), der "Rhein-Neckar-Zeitung". Als Beispiel nannte der CSU-Politiker einen 25-jährigen Mann mit 150 Kilogramm Eigengewicht, "der sich ein neues Hüftgelenk machen lassen will". Zöller betonte: "Ich finde, dass der Mann entweder abnehmen muss oder sich mit zehn Prozent an den Kosten beteiligen soll." Das bereits in Sachen Schönheitsoperationen und Piercing oder Tattoo eingeführte Prinzip der Eigenverantwortung von Patienten solle gestärkt werden.

Zöller verteidigte zugleich die mit der SPD ausgehandelte Gesundheitsreform. Die geplante Aktion der Krankenkassen gegen die Reform bezeichnete Zöller als "unverantwortlich". Die gesetzlichen Kassen hätten bei der letzten Gesundheitsreform 2003 ihren wahren Schuldenstand nicht korrekt angegeben, weshalb jede dritte Kasse heute noch verschuldet sei. Gleichwohl hält Zöller nichts davon, die Zahl der 251 bestehenden Krankenkassen zu reduzieren: "Ich sehe da kein besonderes Einsparpotenzial" - zumal kleine Kassen oft günstiger arbeiteten als große.