Ermittlungen gegen Wiesbadener OB Diehl wegen möglicher Vorteilsannahme

Chef der Anti-Korruptionsbeauftragten

Die Staatsanwaltschaft Wiesbaden ermittelt gegen Oberbürgermeister Hildebrand Diehl (CDU). Ein Sprecher der Justizbehörde bestätigte einen Bericht des "Wiesbadener Kurier", wonach der Anfangsverdacht auf Vorteilsannahme im Amt besteht. Die Staatsanwaltschaft hat deswegen ein förmliches Ermittlungsverfahren eingeleitet. Hintergrund sind der Erwerb von zwei Wohnungen durch den Rathauschef und seine Lebensgefährtin. Dabei soll das Paar von der Provision befreit gewesen sein und so insgesamt 48.000 Euro gespart haben. Im Raum steht der Verdacht, dass Diehl und seine Partnerin von einem Amtsbonus profitierten.

Diehl und seine Lebensgefährtin sollen als bevorzugte "Direktkäufer" bei der Firma Gagfah Immobilien-Management die sonst übliche Provision von 4,5 Prozent gespart haben. Als einzige, wie es heißt. Die anderen Käufer hätten diese Provision an das mit dem Vertrieb der Wohnungen beauftragte Maklerbüro zu zahlen gehabt.

Das Verfahren wegen des Verdachts der möglichen Vorteilsannahme ist laut Wiesbadener Kurier "nicht ohne eine gewisse Pikanterie, ist dem Oberbürgermeister doch die Anti-Korruptionsbeauftragte der Stadt fachlich direkt unterstellt". Eine ihrer Aufgaben sei es unter anderem, bei den Mitarbeitern der Stadt das Problembewusstsein zu wecken.