Waffenlobbyist Schreiber angeblich kurz vor Auslieferung

"Kein faires Verfahren"

Der in Kanada lebende Waffenlobbyist Karlheinz Schreiber steht offenbar kurz vor der Auslieferung nach Deutschland. Mit der Abweisung einer Verfassungsbeschwerde durch den kanadischen Obersten Gerichtshof in der vergangenen Woche seien nun nahezu sämtliche juristische Möglichkeiten erschöpft, eine Überstellung Schreibers an die deutsche Justiz zu verhindern, berichtet "Der Spiegel". Die Staatsanwaltschaft Augsburg wirft dem 72 Jahre alten Geschäftsmann aus dem oberbayerischen Kaufering vor, bei Verkäufen von Airbus-Flugzeugen und "Fuchs"-Panzern in den neunziger Jahren in Kanada und Deutschland Politiker bestochen und Steuern hinterzogen zu haben.

1999 flüchtete Schreiber deshalb nach Toronto. Nach Einschätzung kanadischer Justizkreise kann Schreibers Auslieferung jederzeit vollzogen werden. Sein Anwalt will jedoch versuchen, die Übergabe an Deutschland noch durch eine persönliche Intervention beim kanadischen Justizminister zu stoppen, da seinen Mandanten in Deutschland kein faires Verfahren erwarte.