Notstromaggregat in Atomkraftwerk Gundremmingen im Mai ausgefallen

Homepage

Im bayerischen Kernkraftwerk Gundremmingen ist am 26. Mai ein Notstromaggregat kurzzeitig ausgefallen. Das Umweltministerium bestätigte am Donnerstag in München entsprechende Informationen von Atomkraftgegnern. Eine Gefahr wie jüngst im schwedischen Reaktor in Forsmark, habe aber nie bestanden. "Ursache, Ablauf und Wirkung sind nicht im Entferntesten vergleichbar mit Forsmark", sagte der bayerische Ministeriumssprecher.

Er wies Vorwürfe zurück, dass dieser Zwischenfall der Öffentlichkeit vorenthalten worden sei. Es habe sich um ein Ereignis der niedrigsten Gefahrenstufe gehandelt. Deswegen sei es auch nur auf der Homepage des Ministeriums gemeldet worden.

Demnach kam es am 26. Mai in Block C des Atomkraftwerks bei einem Notstromdieselaggregat "zum unbegründeten Ansprechen des Aggregateschutzkriteriums 'Überdrehzahlschutz' aufgrund einer defekten Baugruppe in der Leittechnik. Dies hatte zur Folge, dass der Diesel bei einer Anforderung im Notstromfall nicht zur Verfügung gestanden hätte."

In Gundremmingen sind nur noch die Blöcke B und C in Betrieb. In Block A des Atomkraftwerks kam es am 13. Januar 1977 zum "Totalschaden", wie sich Atomkraftgegner ausdrücken. Ein Kälteeinbruch und offenbar auch ein Blitzschlag sollen zum Kurzschluss außerhalb des Kraftwerks geführt haben. Aufgrund von mehreren Fehlern in der Steuerung des Atomkraftwerks sei es zur Schnellabschaltung gekommen, was zu einem schnellen Druckanstieg und zur Dampfabblasung ins Reaktorgebäude geführt habe und in Folge dessen zu Rissen in Sicherheitsventilen und Rohrleitungen. Schon nach rund zehn Minuten stand offenbar im Reaktorgebäude das Wasser drei bis vier Meter hoch, die Temperatur sei auf brisante 80 Grad Celsius angestiegen. Das Atomkraftwerk sei nie wieder in Betrieb gegangen.

Nach Angaben der atomkritischen Ärztorganisation IPPNW kommt es in deutschen Atomkraftwerken regelmäßig zu Ausfällen von Notstromdieselaggregaten. Probleme mit der Notstromversorgung seien im Jahr 2005 für 17 Prozent aller offiziell gemeldeten Vorkommnisse verantwortlich.