Anklage gegen 18 Bundeswehr-Ausbilder zugelassen

Misshandlungen

Im Strafverfahren um Misshandlungen von Rekruten bei der Bundeswehr in Coesfeld hat das Oberlandesgericht (OLG) Hamm die Anklage gegen 18 Bundeswehr-Ausbilder zugelassen. Wie das OLG am Donnerstag mitteilte, wurde damit einer Beschwerde der Staatsanwaltschaft stattgegeben. Ursprünglich hatte das Landgericht Münster die Eröffnung eines Hauptverfahrens nur gegen 9 der 18 Angeschuldigten zugelassen und zudem die Anklage in acht Fällen eingeschränkt.

Nach Ansicht der Hammer Richter bestehe aber ein "ausreichender Tatverdacht", um gegen alle Beschuldigten ein Hauptverfahren "in allen Anklagepunkten" zu eröffnen. Den Beschuldigten wird zur Last gelegt, im Sommer 2004 bei mehreren Übungen der Grundausbildung rund 160 Rekruten der Freiherr-vom-Stein-Kaserne entwürdigend behandelt und gequält zu haben. Mit den Rekruten sei zum Beispiel auf fragwürdige Weise eine Geiselbefreiung "geübt" worden.

In einem Fall wurden Rekruten mit verbundenen Augen und gefesselten Händen in eine Sandgrube gebracht und dort "verhört". In einem anderen Fall mussten Rekruten in einem Keller der Kaserne kniend über einen längeren Zeitraum verharren. Sie wurden mit kaltem Wasser bespritzt und mit Stromstößen gequält. (Az: 4 Ws 172-188/06)