Dickes Geschäft mit der Riester-Rente

Risiko Geldentwertung

Der "Aufschwung" bei der so genannten Riester-Rente hält offenbar unvermindert an und spült frisches Geld in die Kassen der Versicherungswirtschaft. Im zweiten Quartal 2006 wurden 568.000 Neuverträge abgeschlossen, teilte das Bundessozialministerium am Donnerstag in Berlin mit. Damit erhöhte sich die Gesamtzahl der staatlich geförderten Rentenvertäge auf fast 6,8 Millionen. Der Zuwachs an Neuverträgen im Vergleich zum ersten Quartal sei bemerkenswert, da in den Vorjahren die Zuwachsraten im zweiten Quartal stets niedriger als im ersten Quartal ausgefallen seien, erklärte das Ministerium. Die Mehrzahl der neuen Verträge entfalle mit 400.000 Abschlüssen auf die klassische Rentenversicherung. Allerdings wachse auch die Zahl der Fondssparpläne rasant an. Sie nähere sich unaufhaltsam der Millionengrenze, hieß es.

Die staatliche Kinderzulage soll für ab 2008 geborene Kinder auf 300 Euro angehoben werden. Damit werde die Riester-Rente besonders für junge Familien noch attraktiver. Außerdem solle die Förderung selbst genutzten Wohneigentums zum 1. Januar 2007 besser in die Riester-Vorsorge integriert werden. Beides verleihe der ergänzenden Alterssicherung zusätzlichen Schub, so das Ministerium.

Die Verbraucher erhalten mit der - meist nur kleinen - Riester-Rente eine Rentenzusage in heutigen Geldwerten. Wie hoch die Kaufkraft zum Zeitpunkt des Rentenbezugs sein wird, hängt von der Entwicklung der Inflation ab. Bei einer starken Geldentwertung könnte sich die Riester-Generation später um ihre Rentenansprüche betrogen fühlen.