Auch Beck verlangt von der Bevölkerung mehr Geld für private Altersvorsorge

"Erholungsurlaub"

Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) erhält für seinen Appell, zugunsten von mehr Vorsorge auch auf Urlaub zu verzichten, weiter Lob und Tadel. Der SPD-Vorsitzende Kurt Beck sagte den Dortmunder "Ruhr Nachrichten", gegen Steinbrück sei zu Unrecht polemisiert worden. Kein Mensch wolle den Leuten ihren Urlaub vermiesen. "Aber unabhängig davon gilt: Wenn wir alle länger leben, kommt auch ein eigener Anteil für die Altersvorsorge auf den Einzelnen zu", sagte der rheinland-pfälzische Ministerpräsident.

Der Vorsitzende der Ärztegewerkschaft Marburger Bund, Frank Ulrich Montgomery, pflichtete Steinbrück bei. Der Minister habe im Grunde einen klugen Gedanken geäußert, ihn nur völlig falsch formuliert. Alle müssten mehr für die Vorsorge tun. Man müsse es aber dem Einzelnen überlassen, wo er spare. Es könne aber nicht weitergehen wie im Moment, "dass wir alle konsumieren und dabei am Ende vergessen, dass wir für künftige Generationen Vorsorge treiben müssen", sagte Montgomery.

Der ehemalige baden-württembergische Ministerpräsident Lothar Späth (CDU) verteidigte Steinbrück ebenfalls. Die Gesundheitskosten stiegen schneller als die Einkommen und deshalb müssten die Menschen auch mehr Rücklagen für Gesundheitskosten bilden.

Links-Fraktionschef Gregor Gysi warf am Sonntagabend in der ARD-Sendung "Sabine Christiansen" Steinbrück falsches Denken vor. "Das Problem im Gesundheitswesen ist ja gar nicht, dass die Kosten so explodieren, sondern dass die Beiträge immer weniger werden. Und das löst er nicht, in dem er den Leuten den Urlaub streicht", so Gysi. Erholungsurlaub trage zudem dazu bei, die Gesundheitskosten eher zu senken.