Forschungsprojekt ermittelte 125 Todesopfer an Berliner Mauer

81 Verdachtsfälle

Die Zahl der Todesopfer an der Berliner Mauer ist neuesten Forschungen zufolge niedriger als bislang angenommen. 125 Getötete hätten bisher anhand von Quellenmaterial belegt werden können, sagte der Leiter des Forschungsprojekts "Die Todesopfer an der Berliner Mauer 1961 - 1989" am Zentrum für Zeithistorische Forschung (ZZF) Potsdam, Hans-Hermann Hertle, am Dienstag in Berlin. Seinen Angaben zufolge wurde in bisher publizierten Listen von bis zu 200 Toten im Zusammenhang mit dem DDR-Grenzregime in Berlin ausgegangen.

Hertle berichtete, dass insgesamt noch 81 Verdachtsfälle geprüft werden müssten. Den Forschern sei es jedoch gelungen, 62 mutmaßliche Todesfälle "definitiv auszuschließen". So hätten einige bislang als Mauertote geführte Flüchtlinge schwer verletzt überlebt. Insgesamt untersuchten die Wissenschaftler 268 Fälle von Mauertoten in Berlin.

Laut Hertle wurden zwischen 1961 und 1989 in Berlin unter anderen 93 DDR-Flüchtlinge bei dem Versuch, die Grenzanlagen zu überwinden, von Gewehrkugeln tödlich getroffen. Zu den Berliner Mauertoten zählen die Forscher auch acht DDR-Grenzer, die im Dienst erschossen wurden.