Naturschützer wollen Beibehaltung der steuerlichen Absetzbarkeit von Spenden

"Staatliche Aufgaben"

Anlässlich der Woche des bürgerschaftlichen Engagements hat der Naturschutzbund NABU die Regierungen von Bund und Ländern aufgefordert, "die Leistung Tausender freiwilliger Helfer bei Verbänden und Organisationen im Umweltbereich stärker anzuerkennen und zu unterstützen". Auf die Naturschutzgruppen komme wegen des Rückzugs von Bund und Ländern und der zunehmenden Privatisierung von Naturschutzaufgaben immer mehr Arbeit zu. "Wir stehen bereit, um beispielsweise in der Betreuung von Schutzgebieten weitere Aufgaben zu übernehmen. Wir müssen aber dann auch die Möglichkeit haben, diese Arbeit auf eine solide Basis zu stellen", sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Als kontraproduktiv bezeichnete der NABU-Präsident die Diskussion um die Streichung der steuerlichen Absetzbarkeit von Spenden und Mitgliedsbeiträgen.

"Wenn wir dem Staat helfen sollen, seine Aufgaben zu erfüllen, dann brauchen wir Unterstützung und keine zusätzlichen Hürden", so Tschimpke. Die gängige Praxis 'fordern ohne zu fördern' sei ein Schlag ins Gesicht engagierter Bürgerinnen und Bürger.

Beim Naturschutzverband NABU leisten eigenen Angaben zufolge 25.000 Feiwillige in bundesweit 1.400 Gruppen jährlich mehr als 2,2 Millionen Stunden gemeinnützige, unentgeltliche Arbeit. "Sie kümmern sich um den Schutz von Orchideen, Amphibien, Eulen, Weißstörchen, Wanderfalken oder Fledermäusen, mähen Trocken- und Halbtrockenrasen, schneiden Kopfweiden und renaturieren Bäche. Insgesamt betreuen die NABU-Aktiven mehr als 1,1 Millionen Hektar wertvolle Naturgebiete."