Montagemängel bei Rohrleitungs-Halterungen im RWE-Atomkraftwerk Biblis A

Auch Biblis B abgefahren

Das hessische Umweltministerium hat mitgeteilt, dass im Atomkraftwerksblock Biblis A am Montag von Gutachtern "Montagemängel" an Dübeln bestätigt worden sind. Die beanstandeten Dübel dienen der "Verankerung von Anlagenteilen", unter anderem von Rohrleitungen. Bei Defekten an solchen Verankerungen kann es in Rohrleitungen von Betriebs- oder Sicherheitssystemen zu gefährlichen Leckagen und im äußersten Fall in Folge dessen zu einem Kernschmelzunfall kommen. Wegen der in Biblis A gefundenen Mängel wurde auch der Atomkraftwerksblock Biblis B "für eine außerplanmäßige Überprüfung von der Betreiberin RWE Power AG abgefahren".

Bei dem außerplanmäßigen Stillstand in Biblis B sollen jetzt "Dübel einer bestimmten Bauart" durch die zuständige Baubehörde überprüft werden, teilte das Umweltministerium in Wiesbaden mit. Es solle geklärt werden, ob die in Biblis A gefundenen "Mängel" auch in Block B vorhanden sind.

Das Hessische Umweltministerium hält dieses Vorgehen der Betreiberin aus Sicherheitserwägungen für "dringend erforderlich" und hatte RWE aufgefordert zur Überprüfung der Dübel die Anlage abzufahren.

Die Rohrleitungs-Halterungen sind in Biblis schon seit Jahren ein intensiv behandeltes Thema. 1995 hatte es in Biblis eine gefährliche Leckage vermutlich aufgrund einer falsch eingestellten Rohrleitungs-Halterung gegeben. Die hessische Atomaufsicht hatte zuletzt betont, dass Halterungssysteme "ertüchtigt" worden seien und kein Problem mehr bestehe. Gegenüber der Öffentlichkeit wurde der Anschein erweckt, als sei das Atomkraftwerk Biblis gewissermaßen "runderneuert" worden.